Ulrich Aeberhard

Aus seiner Ehe gingen zwei Söhne hervor. Nebst einem Vollpensum bildete er sich zum Musiklehrer Schulgesang 2 und zum Violinlehrer aus und unterrichtete dann an der Kantonsschule Olten.

Trotz vieler Talente und besonderer Begabungen blieb er ein einfacher Mensch, gross an Gottesfurcht und wahrer Demut.
Immer wieder sprach er: «Danket nicht mir, sondern dem, der uns alles gibt.»
Als Priester warnte er seine Gemeinde davor, sich besser zu wähnen als andere mit den Worten: «Viele könnten vor euch am Throne Gottes sein.»

Die Ökumene war ihm ein Hauptanliegen. Stets hob er das Verbindende unter den Religionen hervor. Die Achtung vor jedem Menschen, die Liebe zur ganzen Schöpfung war sein Credo. So setzte er sich gegen die Tötung des werdenden Lebens im Mutterleib ein, warnte vor der Veränderung der Gene, litt mit den Abertausenden von Tieren, welche in Tierversuchen jährlich qualvoll geopfert werden und ganz besonders mit allen Mitmenschen in Kriegsländern, mit den von Katastrophen Heimgesuchten, mit den Hungernden, den Kranken, den Süchtigen, den Arbeitslosen und allen, die in unserer Gesellschaft an seelischer Leere leiden.

Gemäss den Seligpreisungen in der Bergpredigt, bemühte er sich mit seinem ganzen Wesen, Brückenbauer und Friedensstifter zu sein und war bereit, sich verleumden und verfolgen zu lassen.
Über dem Leben und dem priesterlichen Wirken des Verstorbenen stand sein Leitsatz: «Wir sind als Schwache zu Schwachen gesandt mit einem besonderen Auftrag.»
Im Jahre 1987 fand der Verstorbene zusammen mit seiner Frau zur St. Michaelskirche von Dozwil. Was er von Paul Kuhn als praktische Psychologie hörte, konnte er vom Tag an anwenden und an Körper und Seele erstarken. Ohne sein eigenes Wollen und ohne Einwirken einer Drittperson wurde er von Gnadengaben aus dem Heiligen Geist überrascht.

So wie der Apostel und Evangelist Matthäus mit einer Feder in der Hand und einem Engel dargestellt wird, der ihm die Worte diktiert, so wurde seine Hand nach dem Gebet von Engelshand bewegt und er erhielt zu seinem grossen Erstaunen Offenbarungen seines Engels in einer grossen, rundlichen Handschrift. Nach der Bezeichnung im Grossen Bibelführer vom Droemer-Knauer Verlag ist das «gottgeführte Schreiben eine Form der Offenbarung, bei der einem Verkünder unabhängig von seinem Willen oder Intellekt göttlicher Geist übertragen wird.»
Nach langer Prüfung dieser Offenbarungen wurde er zum Priester und zum Mittler zwischen Gott und den Menschen an Paul Kuhns Seite berufen. Er wurde Nachfolger der verstorbenen Frau Maria Gallati, durch welche der heilige Erzengel Michael das Gnadenwerk von Dozwil 25 Jahre lang lenkte und führte.

Mit einer bewunderswerten Energie brachte er es viele Jahre fertig, seinen geliebten Beruf als Musiklehrer an der Kantonsschule Olten auszuüben und seiner Berufung nachzuleben.
Aus dem Geiste Gottes erhielt er in den späten Neunzigerjahren den Auftrag zum Aufbau einer Schule und einer Klinik. Diesem Vorhaben widmete er sich zusammen mit vielen kompetenten Personen innerhalb und ausserhalb des Michaelswerkes. Eine auf Homöopathie gründende Arztpraxis und eine Musiktherapiepraxis haben ihren Betrieb aufgenommen. Medizinische Forschung speziell für Krebskranke wurde in Angriff genommen. Im Jahre 2006 konnte die Pestalozzi-Schule ihren Betrieb aufnehmen.

Mit Begeisterung begleitete er die Jugendlichen in die neu ins Leben gerufenen Jugendwochen und unterwies sie im Glauben, der der Jugend zur Lebenshilfe wurde. Er war ihnen Vorbild in der ausgewogenen Ertüchtigung von Körper, Geist und Seele.

Musik war das Lebenselexier des Heimgegangenen, aus dem er in schwersten wie in frohen Stunden Kraft schöpfte. Er stellte seine musikalischen Fähigkeiten in den Dienst der Versöhnung unter den Menschen im Sinne Albert Schweitzers, der sprach: «Jede wahr und tief empfundene Musik, ob profan oder kirchlich, wandelt auf jenen Höhen, wo Kunst und Religion sich jederzeit begegnen können.» Viele grosse Werke brachte er zur Aufführung, deren Chorpartien er minutiös einübte. Als letztes Werk erklang unter seiner Leitung im Jahr 2000 die Matthäus-Passion von Bach.
Im Herbst 2002 machten sich besondere Schmerzen bemerkbar.

Als im Februar ein schwerer Eingriff nötig wurde, regelte er seine Nachfolge mit der Berufung von Willi Bolliger, Olten und Thomas Graber, Rorschacherberg. Trotz verschiedener Operationen war er bis zum 20. August fast immer im Gottesdienst zugegen. Am Dienstagabend, dem 30. September 2003, durfte er im Kreise seiner Familie in jene geistige Welt eingehen, wo kein Schmerz und keine Trauer sein werden.
Wir alle wissen, was wir dem Verstorbenen zu danken haben und verneigen uns tief vor seiner zur Tat gereiften Liebe.

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Ansprache Bestattungsfeier

Aufsatz von Matthäus zum Thema Genmanipulation 

 

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