Das Zusammenleben vor der Ehe ist nicht erlaubt. Es ist eine Sünde vor Gott. Der Mensch, welcher sich das, was in die Ehe gehört, selbst nimmt, ohne zuvor durch das Sakrament der Ehe geheiligt zu sein ist wie einer, der ein grosses Erbe einfach ausschlägt, weil er nicht ein Jahr darauf warten kann. 

Mann und Frau sind geradezu berufen durch die Liebe, welche Körper und Seele vereint, Mitarbeiter in der Schöpfung Gottes zu sein. Für dieses hohe „Amt“ für diese hohe Würde möchte uns Gott Seinen Segen und Seine Liebe schenken, damit das Beste daraus werden kann. Haben es die werdenden Kinder nicht verdient unter besten Voraussetzungen gezeugt zu werden: Im Segen Gottes, in der reinen Liebe, im Wunsch der Herzen und der Bereitschaft für ein Kind?!

Welche Belastungen nehmen die Partner auf sich, wenn sie einfach um ihrer Lust willen sich über die Gebote, welche wertvolle Wegweiser sind, hinwegsetzen!
Sie meinen, das Leben zu geniessen und stellen sich dabei neue Hürden auf. Unseren Verstand können wir betrügen, indem wir uns einreden: Das macht doch nichts. Das ist mir schon erlaubt und es bringt mir so viel Glück und Freude. Doch unsere Seele nimmt die volle Wahrheit wahr und verändert sich mit unserem Tun, positiv oder negativ! Dazu kommt, dass bei diesen gestohlenen Früchten immer für Verhinderung gesorgt werden muss, dass ja kein Kind entsteht. Diese Verhinderungspolitik hinterlässt in der Seele und dann auch im Körper ihre tiefen Spuren. Geist, Seele und Körper tun wir Gewalt an. Die Natur des Menschen wird gestört und dies hat immer Folgen. Und wir entfernen uns von den Liebestrahlen Gottes, so wie Adam und Eva sich versteckten, als sie im Garten Eden das Kommen Gottes gewahrten.

Wer vor der Ehe lernt seine Triebe zu beherrschen, hat seinem Partner oder seiner Partnerin einen echten Liebesbeweis erbracht. Seine Selbstbeherrschung wächst dabei gewaltig. So können Mann wie Frau in der Ehe leichter treu sein. Auch in der Ehe kann man den Trieb nicht nach eigenem Willen ausleben. Der Liebesakt darf nur in gegenseitigem Einverständnis vollzogen werden. Im Warten aus Liebe wachsen unsere Geisteskräfte und das Einswerden wird zum besonderen Geschenk. Wer die Familienplanung auf die natürliche Empfängnisverhütung unter Berücksichtigung der empfängnisfreien Tage ausrichtet, erweist seiner Frau Achtung, Respekt und wahre Liebe.

Unser Glaube ist nicht geschlechtsfeindlich. Das Sich-Schenken ist die grösste Einheit zweier Wesen, wie es in der Bibel heisst „Und die Beiden werden ein Fleisch.“ Auch die Kräfte der Seele tauschen sich dabei aus. Dieses sich in Liebe und im Segen Gottes Sich-Schenken ist wichtig und stärkt die Bindung unter den Partnern. Es hilft auch Ungereimtes wieder in Harmonie zu bringen, vorausgesetzt, dass die Liebe im Alltag, die Nächstenliebe, stimmt und dass die gegenseitige Hochachtung jederzeit gewahrt bleibt.

Sehr verhängnisvoll ist es, wenn Jugendliche alles geniessen, was in die Ehe gehört. So können sie echte Liebesfähigkeit gar nie aufbauen. Das Zusammensein wird gewöhnlich, die Partner und Partnerinnen wechseln und die seelischen Empfindungen werden abgestumpft. Dann werden Perversionen praktiziert. Wie viele Seelen werden dabei verletzt und Frauen oft zu Sklavinnen degradiert.
So vieles wäre noch zu sagen. Die Schutzengel sagen dies jedem ins Herz und du kannst es vernehmen, wenn du dich ehrlich öffnest und die Wahrheit immer besser leben willst. Das Zusammensein vor der Ehe ist keine Todsünde. Doch es ist und bleibt eine Beleidigung Gottes, wie dies St. Michael ausdrückte. Wer zusammenlebt darf die Messe besuchen, Gott um Verzeihung bitten und die Sakramente empfangen. Doch der Wille zur Besserung gehört dazu.

Warum wollen wir nicht nach reichlicher Prüfung, ob wir zusammenpassen, das Sakrament der Ehe eingehen und unseren Bund segnen lassen, dass für uns und unsere Kinder und ihre Kinder in alle Ewigkeit Segen sich entfalte und dadurch die Welt edler und wertvoller werde?

„Selbst der Gerechte fällt des Tages siebenmal“, sprach Christus. Dies soll uns allen Trost und Anlass zur Bescheidenheit und zur Vorsicht sein, andere nicht zu verurteilen. Wir haben mit unseren Fehlern genug zu tun. Ich kenne Menschen, die zusammenlebten, weil sie es nicht besser wussten und wunderbare Menschen sind und auch Gott danken für alles, was er ihnen schenkt. Weiter heisst es: „Gott liebt den Sünder, doch er verabscheut die Sünde.“ Mit ganzer Liebe sollen wir danach streben, Gott näher zu kommen und unsere Laster durch erübte Tugenden ersetzen aus freiem Willen. Der Glaube darf nie zur Zwangsjacke werden. Wenn wir etwas tun, weil wir Angst vor der Strafe haben, so  ist es nicht optimal. Aus freier Liebe zu Gott sollen wir uns Ihm unterordnen, dass wir dereinst in die Ordnung des Himmels wieder eingefügt werden können.

Benedicite

St. Michaelsvereinigung
CH-8582 Dozwil
Impressum

Copyright 2016 St. Michaelswerk 8582 CH-Dozwil