Der Himmlische Vater hat den Menschen geschaffen nach Seinem Ebenbilde. Er hat jedem die unsterbliche Seele eingehaucht, Talente gegeben und Aufgaben in die Seele gelegt. In jedem Menschen können das Gute und das Böse wirken. Wir leben auf der Erde im Spannungsfeld zwischen oben und unten, zwischen Himmel und Hölle. Wir reifen, indem wir das Gute tun und wir reifen, indem wir mit Schwächen zu kämpfen haben und sie mit Gottes Hilfe unter grosser Anstrengung überwinden oder zumindest im Zaune halten.

Und nun die Kernfrage: Wer hat dem Menschen die Sexualkraft gegeben?

Wie alle andern Triebe und Talente ist auch die Geschlechtskraft ein Geschenk Gottes. Mit dieser Schöpfergabe darf der Mensch mitwirken an der Schöpfung. Aus der Einswerdung von Mann und Frau darf ein Kind, eine Neuschöpfung werden! Welch grosse Macht und Verantwortung hat Gott damit in unsere Hände gelegt. Unser Charakter ist entscheidend, ob glückliche Seelen das Licht der Welt erblicken oder belastete.

Der Geschlechtstrieb gehört zu den grössten Kräften im Menschen. Der Umgang mit dieser gewaltigen Schöpferkraft macht uns Menschen aber am meisten zu schaffen. Statt verbunden mit der göttlichen Liebe zum grossen Segen des Menschengeschlechtes, wird dieser Trieb oft als ekstatische Lustempfindung missbraucht und degradiert bis zum seichten, kurzlebigen Vergnügen.

Von klein auf sollen wir in den einfacheren Triebbereichen das Streben zum Guten, zum Verzicht, zur Ordnung, zum rechten Mass einüben und auch mit einer christlichen Geisteshaltung bestärken. Dann gelingt es uns auch, mit dem Geschlechtstrieb achtsam umzugehen und diese Schöpferkraft für das Weitergeben des Lebens in Reinheit einzusetzen. Dies kann uns nur gelingen, wenn wir uns in Gedanken, im Sehen, im Sprechen und in der Tat um Reinheit bemühen und uns von allem Schmutzigen abwenden. Dieser heilige Schöpfertrieb darf nicht entgleiten und in den Sumpf der Primitivität, in die Gosse absinken.

Es gibt keine grössere Intimität, keine intensivere Bindung als das Einswerden in der uneingeschränkten Hingabe von Mann und Frau. Dabei tauschen sich auch Seelenkräfte aus und es entsteht eine seelisch–geistige Verbindung. Deshalb hat Gott als Rahmen für diesen Schöpfungsakt die Eheschliessung mit Seinem Segen zum unwiderruflichen Sakrament (Gnadenhandlung Gottes) erhoben.

Benedicite

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